Kloster Chorin
Das Zisterzienser Kloster Chorin befindet sich in der Nähe des Ortes Chorin etwa sechs Kilometer nördlich von Eberswalde im Brandenburger Landkreis Barnim. Das Kloster wurde 1258 gegründet und 1542 säkularisiert.
Zur Gründung
Das im Spätmittelalter einflussreiche Kloster wurde 1258 auf einer ehemaligen Insel, der heutigen Halbinsel Pehlitzwerder, im Parsteiner See gegründet. Es trug anfangs in Anlehnung an seine Schutzheilige den Namen Mariensee und war eine Filiation des 1180 von Otto I. in der Zauche begründeten Klosters Lehnin.
Da sich die Insellage für die wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Ambitionen der Zisterzienser zunehmend als hinderlich herausstellte und da sie zudem ein Ansteigen des Wasserspiegels befürchteten, verlegten die Mönche das Kloster laut Urkunde von 1273 noch vor seiner Fertigstellung um rund acht Kilometer nach Südwesten an den ehemaligen Choriner See, den heutigen Amtssee. Der Beschluss zur Verlegung erfolgte noch unter Mitwirkung Johanns I. in dessen Todesjahr 1266. Die Kirche Mariensee war soweit hergestellt, dass der Stifter hier bestattet werden konnte. Nach 1273 wurde Johann I. nach Chorin umgebettet.
Die Architektur
Georg Dehio bezeichnete die Choriner Klosterkirche 1906 als das „bedeutendste und edelste Werk der Frühgotik im Gebiet des norddeutschen Ziegelbaus“. Tatsächlich ist das sechs Kilometer nördlich von Eberswalde im „Biosphärenreservat Schorfheide“ gelegene Zisterzienserkloster mit dem berühmten Westgiebel, einer der wenigen märkischen Bauten des Mittelalters, der nicht nur zu den prominentesten Schöpfungen des Backsteingebiets, sondern zu einer der Ikonen der deutschen Gotik schlechthin wurde.
Dessen ungeachtet ist der Baustil des Choriner Klosters kaum als frühgotisch zu bezeichnen. Vielmehr handelt es sich um ein einheitlich hochgotisches Gebäudeensemble, in dem die Architektur der zisterziensischen Romanik allerdings noch nachwirkte. Die Klosterkirche ist wie in Lehnin eine lang gestreckte dreischiffige Basilika mit Querschiff. Anders als die Baumeister der mecklenburgischen Zisterzienserkirchen (Doberan, Dargun) orientierten sich die Choriner nicht am Modell der Lübecker Marienkirche, sondern schöpften stattdessen aus der lokalen Bautradition und übersetzten die Bauform der Lehniner Basilika ins gotische.
Dabei behielten sie nicht nur die Kreuzform des Grundrisses bei, sie adaptierten strukturell sogar das gebundene System. Die Mittelschiffjoche haben exakt die doppelte Breite der quadratischen Seitenschiffjoche und zwei Mittelschiffjoche bzw. vier Seitenschiffjoche haben entsprechend zusammen die Abmessungen des Vierungsquadrats. Die Formensprache ist hingegen die der hohen Gotik und der Ostabschluss ist der von den gotischen Bettelordenskirchen übernommene Saalchor - allerdings in der aufwendigeren Form als 7/12-Polygon. Überhaupt orientierten sich die Erbauer der Kirche an der Architektur der Franziskaner und Dominikaner, wenngleich wiederum das Baudekor eher durch die größere zisterziensische Schmuckfreudigkeit gekennzeichnet ist.
Veranstaltungen heute
Im Sommer finden in den Gebäuden seit 1964 der Choriner Musiksommer sowie auch andere Konzerte statt.
Quelle: Wikipedia






